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ZEHN STRASSENLATERNEN AUF UND AN DER WERDERSEEBRÜCKE VERFREMDET

Straßenlaternen sind nützlich und wichtig, finden aber zumindest am Tage wohl kaum große Beachtung. Um dieses zu ändern, hat Joachim "Bommel" Fischer zehn Lichtbringer auf und an der Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Werdersee für eine Kunstaktion genutzt. Sie sind jetzt im Rot-Weiß-Look zu sehen, denn Fischer hat sie mit Baustellenband bewickelt, um sie hervorzuheben. Außerdem gab er ihnen mittels schwarzer Klebefolie abstrakte, menschliche Gesichtszüge. "Durch diese Verfremdung möchte ich die Laternen, an denen man sonst leicht achtlos vorübergeht, wieder in das Bewusstsein der Menschen rücken" erläutert der 50-Jährige seine Kunstaktion, die er auf eigene Kosten durchgeführt hat. "Vieles wie diese Laternen ist uns längst selbstverständlich geworden," ergänzt Fischer, "aber eigentlich ist nichts selbstverständlich." Baustellenband ist Fischers Lieblingsmaterial für Kunstaktionen, mit dem der Mann mit der markanten Mütze seit Mitte der 90er Jahre arbeitet und über 30 Aktionen durchgeführt hat. Bei diesem Projekt, das von der swb-Beleuchtungs GmbH genehmigt wurde, verarbeitete "Bommel" Fischer etwa 400 Meter Absperrband. Die künstlerisch bearbeiteten Laternen sind noch bis Mitte August auf und an der Werderseebrücke nahe dem Deichschart zu sehen.
BÜROKLAMMERN FÜR DEN FRIEDEN

Etwa Zweidrittel der deutschen Bevölkerung lehnen Umfragen zufolge den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ab. "Doch nur wenige Menschen zeigen öffentlich, dass sie die Truppen dort am liebsten abziehen möchten" beklagt der Bremer Künstler Joachim "Bommel" Fischer. Der 49-Jährige hat deshalb das Projekt "Büroklammern für den Frieden" ins Leben gerufen. Er schlägt vor, dass Menschen durch das Tragen einer Büroklammer an ihrer Kleidung ein Zeichen gegen den Militäreinsatz in Afghanistan setzen. "Das kostet praktisch nichts und ist leicht umsetzbar" erläutert der Künstler die Aktion. Fischer, der seinen Spitznamen "Bommel" einer roten Schottenmütze mit entsprechender Ausstattung verdankt, hat schon eigene Erfahrungen mit der Büroklammer gesammelt. "Ich werde immer wieder darauf angesprochen, was das kleine Drahtstück an meiner Jacke bedeuten soll. Das ist ein guter Anknüpfungspunkt für Gespräche." Er hofft, dass viele Menschen eine Büroklammer an ihrer Kleidung tragen werden, damit die Ablehnung des Militäreinsatzes in Afghanistan auch in der Öffentlichkeit deutlicher wird.